1. Prinzipien:
Wer im Internet nach Hinweisen für Zitierregeln sucht, wird im großen Ausmaß fündig. Wenn hier den vielen Vorschlägen ein neuer hinzugefügt wird, hat er nicht den Gebrauch in Hochschulseminaren vor Augen, sondern den schulischen Alltag noch vor Matura oder Abitur. Die hier vorgeschlagenen Regeln richten sich vor allem an (meine) Schülerinnen und Schüler, um ihnen für schriftliche Arbeiten im Schulgebrauch (Handouts, schriftliche Referate, Fachbereichsarbeiten ...) eine Hilfestellung zu geben, die mit möglichst wenig Punkten ihr Auslangen findet und umfassend angewendet werden kann. Angestrebt wird dabei
Eine Orientierung an bibliographischen Gesichtspunkten (Anordnung der bibliographischen Elemente, Gedankenstriche als Trennung) wird beibehalten, aber Adaptionen im Sinne des praktischen Gebrauchs werden empfohlen. So werden etwa Nebeneintragungen beteiligter Personen als verstanden, um Schülern die Anwendung der Regeln zu erleichtern. Da bei Online-Recherche die Suche nach Personen (Verfasser, beteiligte Personen ...) ja auch in anderer Funktion als jener des Verfassers möglich ist, erscheint es für den angestrebten Zweck auf dieser Ebene nicht mehr notwendig, von SchülerInnen die Unterscheidung von Verfasserschriften und Sachtitelschriften im Rahmen des Zitierens einzufordern, weil deren Auswirkung auf die Suche in einem Alphabetischen Katalog bei Retrievals nicht mehr beachtet werden muss.
2. Kurze Einführung in die Praxis des Zitierens:
Ein wesentliches Prinzip jeder (nicht nur wissenschaftlichen) Arbeit ist es, Inhalt und Aussagen nachvollziehen bzw. überprüfen zu können. Dies erhöht die Glaubwürdigkeit und sichert die Argumentation (Beweisführung) ab. Diesem Zweck dient auch ein Zitat, mit dem Aussagen in einer schriftlichen Arbeit belegt werden. Unredlich ist es, sich mit fremden Federn zu schmücken, ohne auf deren Herkunft zu verweisen. Wenn für eine schriftliche Arbeit Informationen aus fremden Quellen und Literatur herangezogen werden, so ist dies genau zu belegen. Wörtliche Zitate werden dabei im Text unter Anführungszeichen gesetzt, gleichgültig, ob es sich um eine kurze Redewendung oder einen größeren Abschnitt handelt.
Im Anschluss an ein solches Zitat oder an eine Textpassage, die sich auf ein anderes Werk stützt oder bezieht, ist mit einer Fußnote auf die entsprechende Herkunft des Zitates / der Information zu verweisen. Wenn du mit WORD arbeitest, kannst du über die Funktion ‚Einfügen / Fußnote’ (Menüzeile!) solche Fußnoten problemlos und ohne Mühe anlegen.
Im Anschluss an die Arbeit sind in einem Literatur- und Quellenverzeichnis alle Quellen und die gesamte verwendete Literatur, auch die zuvor nicht ausdrücklich zitierte, in alphabetischer Reihenfolge anzuführen. Wenn die Arbeit am Schluss ein solches Literaturverzeichnis besitzt (unbedingt zu empfehlen), kann in den Fußnoten von Beginn an ein (eindeutiger!) Kurztitel verwendet werden. Auf jeden Fall ist aber bei gedruckten Quellen in den Fußnoten immer eine genaue Seitenangabe des Zitates (Verweises) anzuführen.
S.12 (=1 Seite)
S.12f. (=2 Seiten)
S.12ff. (=mehr als 2 Seiten) bzw.
S.12-18.
Wenn du auf ein Verzeichnis der benutzten Quellen und Literatur verzichtest, musst du bei der ersten Nennung auch in der Fußnote eine genaue Quellenangabe geben, erst bei Wiederholungen genügt der Kurztitel.
Bei der Anführung von Quellen und Literatur geht es somit um die ausreichende Beantwortung folgender Fragen:
Daraus folgt die grundsätzliche Anordnung der wesentlichen Informationen (bitte die richtige Verwendung der Satzzeichen beachten!):
Wer? : Was? – Wo? / Wie? / Wann?
Autorenname: Sachtitel. – Angaben zur Erscheinungsweise. – Ergänzungen.
3. Die Anführung von Büchern:
Als Grundschema für die Anführung von Büchern gelten daher gemäß obigem Grundsatz folgende Angaben in der angeführten Reihenfolge:
Familienname, Vorname des Autors: Hauptsachtitel : Zusatz zum Hauptsachtitel. – Auflage. – Erscheinungsort : Verlag, Erscheinungsjahr.
Brandstetter, Alois: Vom HörenSagen : Eine poetische Akustik. – 1. Auflage.– Salzburg [u.a.] : Residenz, 1992.
Möglicher Kurztitel: Brandstetter, Alois: Vom HörenSagen. (1992).
Stammt das Buch aus einer Gesamtheit (Taschenbuchreihe, ...), ist dies in Klammer anzugeben. Eine allfällige Nummer erfolgt nach " ; ".
Familienname, Vorname des Autors: Hauptsachtitel : Zusatz zum Hauptsachtitel. – Auflage. – Erscheinungsort: Verlag, Erscheinungsjahr. – (Reihe ; )
Kost, Rudi: WORD 2000 : Texte erstellen, bearbeiten, publizieren. – 1. Auflage – München : Heyne, 1999. – (Markt & Technik bei Heyne ; 15/46)
Möglicher Kurztitel: Kost, Rudi: WORD 2000. (1999).
Bei zwei oder mehr Autoren wird analog verfahren, allerdings wird nach dem Verfasser ein Hinweis auf weitere Autoren gegeben „[u.a.]“:
Familienname, Vorname des ersten Autors [u.a.]: Hauptsachtitel : Zusatz zum Hauptsachtitel. - Auflage. - Erscheinungsort: Verlag, Erscheinungsjahr. - (Gegebenenfalls Reihe, Gesamtwerk ...)
Borges, Malte [u.a.]: Outlook 2000 : immer top organisiert. – 1. Auflage – München : Heyne, 1999. – (Markt & Technik bei Heyne ; 15/64)
Möglicher Kurztitel: Borges, Malte [u.a.]: Outlook 2000. (1999)
Ist statt eines Autors oder bei mehr als drei Autoren ein Herausgeber besonders hervorgehoben bzw. werden nur Mitarbeiter in Ihrer Funktion angeführt („Illustriert von ...“, „Beiträge von ...“ ...), kann diese Person an erster Stelle genannt werden, wobei allerdings die Funktion unbedingt in eckiger Klammer angeführt werden muss:
Familienname, Vorname des ersten Autors [Funktion]: Hauptsachtitel : Zusatz zum Hauptsachtitel. - Auflage. - Erscheinungsort: Verlag, Erscheinungsjahr. - (Gegebenenfalls Reihe, Gesamtwerk ...)
Garin, Eugenio [Hrsg.]: Der Mensch der Renaissance. – 1. Auflage – Frankfurt am Main : Fischer Taschenbuch Verlag, 1996. – (Fischer Taschenbuch ; 12605 : Geschichte Fischer)
Möglicher Kurztitel: Garin, Eugenio [Hrsg.]: Der Mensch der Renaissance. (1996).
Lueken, Verena [Hrsg.]: Kinoerzählungen. – 1. Auflage – München [u.a.] : Hanser, 1995. – (Edition Akzente)
Möglicher Kurztitel: Lueken, Verena [Hrsg.]: Kinoerzählungen. (1995).
4. Die Anführung von Aufsätzen:
Aufsätze werden analog angeführt, allerdings folgen nach dem Titel der Hinweis "In:" und die genaue Anführung des Buches oder der Zeitschrift, in dem bzw. in der die Arbeit aufzufinden ist.
Nachname, Vorname: Titel des Aufsatzes. - In: Name der Zeitschrift. Nummer (Jahrgang) des Heftes. Seitenangabe.
bzw.
Nachname, Vorname: Titel des Aufsatzes. - In: Seitenangabe.
Laschober, Andreas: Stürmische Zeiten : Sind extreme Winterorkane und Wärmeeinbrüche Anzeichen des Klimawandels, oder ist alles ganz normal? – In: Profil. Nr.6 / 7. Februar 2000(31.Jg.). S.108-111.
Möglicher Kurztitel: Laschober, Andreas: Stürmische Zeiten. (In: Profil, 2.2.2000).
Mit Magneten das Gehirn steuern : TMS-Verfahren kann Regionen gezielt an- und abschalten. – In: Der Standard. 8. Februar 2000. S.14.
Möglicher Kurztitel: Mit Magneten das Gehirn steuern. (In. Der Standard, 8.2.2000).
Burke, Peter: Der Höfling. – In: Garin, Eugenio [Hrsg.]: Der Mensch der Renaissance. – 1. Auflage – Frankfurt am Main : Fischer Taschenbuch Verlag, 1996. – (Fischer Taschenbuch ; 12605 : Geschichte Fischer). S.143ff.
Möglicher Kurztitel: Burke, Peter: Der Höfling.
5. Aus dem Internet:
Analog den Aufsätzen aus Büchern und Zeitschriften wird auch aus dem Internet zitiert, anstelle des Erscheinungsvermerkes folgt hier allerdings der Hinweis "Online in Internet", Quellenangabe (URL, E-Mail ...). Wenn die Publikation datiert ist, sollte man das Datum der letzten Aktualisierung in eckiger Klammer angeben [Stand ...... ], ansonsten und bei älteren Quellen empfiehlt sich am Ende der URL das Zugriffsdatum in eckiger Klammer.
Bleuel, Hans: Zitieren von Quellen im Internet. (1995) – Online in Internet: URL: http://pobox.com/~publish [12.11.1998]
Mögliche Kurzform: Bleuel, Hans: Zitieren von Quellen im Internet. (1995)
Ist es notwendig (wegen der Zeilenlänge!) in einer URL zu trennen, so sollte das immer ohne Verwendung eines Trennungszeichens vor einem "/" geschehen. (Damit vermeidest du eine Verwechslung mit einem Trennungszeichen als Teil der Adresse!)
Hujber, Wendelin: Zitierregeln. [9.2.2000]. – Online in Internet:
URL: http://www.brg-pichelmayergasse.at/bibliothek/handouts
/zitieren.htm
Mögliche Kurzform: Hujber, Wendelin: Zitierregeln. [2000].
Ähnlich wird mit der Angabe von E-Mails oder aus Mailing-Listen verfahren:
Bleuel, Jens: Beispiel für eine E-Mail. – Online in Internet: E-Mail von Jens Bleuel [3.1.1995]
Mögliche Kurzform: Bleuel, Jens: Beispiel für eine E-Mail. (1995)
Strangelove, Michael: How to Advertise on the Internet. – Online in Internet: Mailing Liste VPIEJ-L [10/24/1994]
Mögliche Kurzform: Strangelove, Michael: How to Advertise on the Internet. (1994)
6. CD-ROM sowie DVD:
Soweit als möglich sollte wegen der größeren Genauigkeit immer auf einen einzelnen Artikel verwiesen werden können, wenn nur auf einzelne Informationen zugegriffen wurde (z. B Lexika). Hier sind Produzent und Produktionsjahr adäquat statt Verlag und Erscheinungsjahr anzugeben. Statt eines Verfassers wird hier – wenn überhaupt Personen angeführt werden – meist nur eine Gesamtleitung oder Redaktion angegeben sein:
Familienname, Vorname der herausragenden ersten Person [Funktion]: Hauptsachtitel : Zusatz zum Hauptsachtitel. – CD-ROM bzw. DVD-ROM. - Ort: Produzent, Produktionsjahr. - (Gegebenenfalls Reihe, Gesamt-
werk ...)
Hessing, Katrin [Prod.-Ltg.]: Pinball Science : David Macaulay’s ausgeflippte Naturwissenschaften. – CD-ROM. – München : Terzio, 1999. – (Kinderkram)
Faszinierende Welt der Dinosaurier. – CD-ROM. – München :Systhema, 1999. – (Systhema Classics)
Retrospect 2000 : das Lexikon des 20. Jahrhunderts ; Chronik, Dokumentation, Enzyklopädie. – DVD-ROM. – München : Digital Publishing, 1999. – (Spiegel online)
Artikel und Aufsätze von CD-ROM werden analog den anderen Aufsätzen zitiert:
Nachname, Vorname: Titel des Aufsatzes. - In: .
Konzentrationslager. – In. CD-Rom. – Microsoft Encarta 99 Plus. – Unterschleißheim: Microsoft, 1993-1998.
7. CD, Audiokassette (AC) und Videokassette (VC):
Hier wird genauso vorgegangen wie schon oben bei den CD-ROM. Allerdings wird sich hier wohl öfter eine Person oder ein Verfasser für den Inhalt finden:
Familienname, Vorname der herausragenden ersten Person [Funktion]: Hauptsachtitel : Zusatz zum Hauptsachtitel. – Audio-CD bzw. Audiokassette oder Videokassette. - Ort: Produzent, Produktionsjahr. - (Gegebenenfalls Reihe, Gesamtwerk ...)
Göhring, Walter [Zusammenstellung]: Arbeit Freiheit Frieden : ein zeitloses Kompendium von Liedern, die Geschichte schrieben ... – CD. – Wien: Pichler Medienvertrieb, 1999.
Jochum, Manfred [Red.]: 80 Jahre Republik Österreich : 1918 – 1938 und 1945 – 1998 in Tondokumenten. – 4 CD. – Wien : ORF, 1998. – (ORF-CD ; 585)
Heinzl, Hans Peter: Freundschaft : Erinnerungen eines Schwererziehbaren. – Videokassette. – Wien : ORF, 1996.
8. Interviews, mündliche Mitteilungen:
Persönliche und telefonische Interviews und mündliche Mitteilungen sollten nach Möglichkeit auf Tonträgern oder als Transskript (Niederschrift) festgehalten werden, um gegebenenfalls Aussagen belegen zu können. Publizierte Interviews (in Zeitungen, Zeitschriften ...) werden wie Aufsätze behandelt (siehe dort). Persönliches / Telefonisches Interview lautet die formale Bezeichnung.
Mülherr, Walter: Private Mitteilung. – Darmstadt: Gespräch 29.02.1996
Weber, Karl. – Persönl. Interview : geführt vom Verf. - 21.10.1998 – (Audiokassette)
9. Sendungen in Rundfunk und Fernsehen:
Besonderheit sind hier die Form der Sendung (Diskussion, Hörspiel, Feature, Nachrichtenbeitrag ...), sowie die Angabe des Senders und des Sendetermins. Bei längeren Passagen kann eine eventuelle Minutenangabe (Recorder !) das Auffinden erleichtern.
: . – Film,
Fluch, Franz: Der Alchemist der Worte : Begegnung mit dem brasilianischen Bestsellerautor Paulo Coelho. – Feature. – Österreich 1: 20.2.2000, 18’15-18’55 – (Tonspuren, Hörbilder zur Literatur)
Wohnungsnot und Wuchermiete. – Fernsehdiskussion. – N3: 11.9.1990, 20’15 - 21’00
Dürrenmatt, Friedrich: Unternehmen der Vega. – Hörspiel. – NDR3: 5.1.1991, 16’05 - 17’10
10. Literaturhinweise:
Bleuel, Hans: Zitieren von Quellen im Internet. (21.12.1996) - Online in Internet: URL: http://pobox.com/~publish [12.11.1998] bzw. http://ourworld.compuserve.com/homepages/jbleuel/ip-wel.htm
Friedrich, Christoph: Schriftliche Arbeiten im technisch-naturwissenschaftlichen Studium : Ein Leitfaden zur effektiven Erstellung und zum Einsatz moderner Arbeitsmethoden. - Mannheim [u.a.]: Dudenverlag 1997. - (Duden
Krämer, Walter: Wie schreibe ich eine Seminar-, Examens- und Diplomarbeit : eine Anleitung zum wissenschaftlichen Arbeiten für Studierende aller Fächer an Universitäten, Fachhochschulen und Berufsakademien. - 4., erweiterte und aktualisierte Auflage. - Stuttgart [u.a.]: Gustav Fischer, 1995. - (UTB für Wissenschaft : Uni-Taschenbücher ; 1633)
Krumm, Arnold: Diplom- und Magisterarbeit mit WinWord 7.0. - München [u.a.]: Oldenbourg 1996.
Lauber-Reymann, Margrit: Erschließung von Internetdokumenten / Margrit Lauber-Reymann ; Bayerische Bibliotheksschule. - (Stand 7.9.1998) - Online im Internet: http://www.bib-bvb.de/bib_schule/bib_sch6.htm
Peterssen, Wilhelm H.: Wissenschaftliche(s) Arbeiten. - 6., überarb. und erweiterte Aufl. - München: Ehrenwirth 1999.
Poenicke, Klaus: Wie verfasst man wissenschaftliche Arbeiten? : Ein Leitfaden vom ersten Studiensemester bis zur Promotion. - 2., neubearb. Aufl. - Mannheim [u.a.]: Dudenverlag 1988. - (Duden Taschenbuch ; 21)
Seidenspinner, Gundolf: Wissenschaftliches Arbeiten: Techniken, Methoden, Hilfsmittel, Aufbau, Gliederung, Gestaltung, richtiges Zitieren. - 9.Aufl. - München: mvg-verlag 1994.
Taprogge, Ralf: Vorwort: Zitieren von Online-Quellen. - (Stand: 31.12.1996) - Online in Internet: http://www.uni-muenster.de/Publizistik/MAG3/ifp/taprogg/
