Ein kurzer Blick zum deutschen Nachbarn ist auf jeden Fall interessant: Dort gibt es in manchen Bundesländern kaum, in anderen einige und nur in wenigen Schulbibliotheks-Konzepte in Umsetzung. Man ist jedoch bestrebt, die Kinder zum verantwortungsvollen Nutzen der multimedialen Möglichkeiten zu erziehen. Medienkompetenz mit all seinen Interpretationsmöglichkeiten ist angesagt.
In diesem Zusammenhang scheinen in Deutschland die Laptop-Klassen als neueste Errungenschaft zu gelten. Es heißt, Sie garantierten eine multimediale Lernumgebung: Virtuelle Bibliotheken machten Informationen jederzeit und von jedem Ort aus zugänglich und der Einsatz dieser Technologie ermögliche ein höheres Maß an Differenzierung und Individualisierung. Außerdem lernten SchülerInnen im Team zu arbeiten, der Unterricht werde immer öfter projektorientiert stattfinden.. Im Gymnasium in Gütersloh hat man dabei erkannt, dass Schulentwicklung gleich Personalentwicklung ist und schulinterne Fortbildung nötig ist.
Die Schulbibliothek dort kommt bei fast 100.000 Bänden mit zwei Multimedia PCs aus. In einem Gymnasium in Mainz wird derzeit auch auf Laptops umgestellt – doch hier ist man bestrebt die Schulbibliothek zum zentralen Knoten im Bildungsnetz der Schule zu machen. Der Umgang mit den neuen Medien, in Datenbanken und Netzen Informationen zu finden gilt als zentrale Kulturtechnik. Die Schulbibliothek ist der Ort, wo solche Fertigkeiten eingeübt werden. – An dieser Schule gibt es kein Bibliothekspersonal. Die SB wird von 20 Müttern betreut!
Die Stiftung Lesen in Mainz wurde gebeten die Finanzierung von Laptop-Klassen durchzurechnen. Prof. Ring, der Leiter der Stiftung Lesen, kam dabei auf 5 Milliarden DM – und das alle 5 Jahre. Vor Jahren wollte die Stiftung Schulbibliothek vorantreiben – es war kein Geld dafür vorhanden.
Und eben diese zum Großteil nicht vorhandenen Schulbibliotheken fehlen wohl als Basis für eine multimediale Zukunft.
In diesem Zusammenhang muss von unserer Seite darauf hingewiesen werden, dass eine Entwicklung hin zu neuen Medien kein Abgesang auf das Buch werden kann und darf, das als Medium Jahrhunderte überlebt hat und in seiner physischen Gestalt auch noch viele vor sich hat – was nicht von allen neuen Medien inklusive ihrer für ihre Reproduktion nötigen Hilfsmittel gesagt werden kann.
Zu vermerken ist, dass der Projektbericht zur Entwicklung eines Modells für die „Multimediale Schulbibliothek“ – erarbeitet von Mag. Schöggl und seinem Team im Auftrag der Abt. I/7 des BMBWK – in Deutschland großes Interesse ausgelöst hat.
Eine Studie in fünf Bundesstaaten der USA, die 2000 veröffentlicht wurde, gibt sehr interessante Informationen über die Auswirkung von Schulbibliotheks-Programmen auf den Lernerfolg. Hier wurde untersucht, in welcher Form und in welchen Bereichen die Schulbibliothek das Erreichen von Bildungszielen und den Unterricht in Medienkompetenz unterstützt.
Diese Studien haben die Lernleistung der SchülerInnen – nicht das Angebot der Lehrstoffmenge durch LehrerInnen untersucht.
Wichtigste Prädikatoren einer Schulbibliothek sind:
Eng verknüpft mit der Themenstellung der Studien ist die Leseförderung und Lesekompetenz der SchülerInnen vor allem in der Volksschule. So wird nachgewiesen, dass Kinder aus Volksschulen mit einer Schulbibliothek besser lesen – und besseres Lesen als Basis für verbesserte Schulleistungen steht.
Die Auswirkung von Schulbibliotheks-Programmen auf schulische Leistungen ist in der amerikanischen Forschungsliteratur gut dokumentiert. Gut ausgerüstete, qualitativ hochwertige Schulbüchereien mit gut ausgebildetem Personal, das aktiv in die Unterrichtsgestaltung mit einbezogen ist, tragen zum Erfolg der SchülerInnen bei.
Das wird im Bericht „Die Macht der Information: Wie man Lern-Partnerschaften aufbaut“ noch durch die Darstellung der Hauptaufgaben einer Schulbibliothek ergänzt:
Natürlich ließen sich noch viele Details der Studien anführen. Interessiert finden weitere Informationen unter http://vm.robcol.k12.tr/~jroyce/HCRESEARCH.htm
Drei Nachträge sind zum besseren Verständnis wichtig:
Und noch ein Hinweis:
In Österreich arbeiten seit Beginn LehrerInnen als Schulbibliothekare und Leseförderung war und ist seit jeher Bestandteil des österreichischen. Schulbibliotheksmodelles.
Vortrag, gehalten am 13.11.2001 beim ARGE-Treffen in Anif.
