27. Österreichischer Bibliothekartag 2002

Universität Klagenfurt, 9. - 14. September 2002

Informationszeitalter - Epoche des Vergessens

Johanna HLADEJ (Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur):
SITUATION DER SCHULBIBLIOTHEKEN IN ÖSTERREICH

Die Entwicklung des aktuellen österr. Schulbibliothekswesens mit den Schwerpunkten Lesen und Lernen entspricht den Herausforderungen an unsere Gesellschaft. Dem Lesen als Grundlage des Lernens und auch als Basis für den Umgang mit multimedialen Medien kommt ebenso besondere Bedeutung zu wie dem selbstständigen Lernen. Mit der Einrichtung von Schulbibliotheken wurde eine zukunftsorientierte Einrichtung geschaffen.
Sie wurden zum unverzichtbaren Bestandteil unseres Bildungssystems.
Die Schulbibliotheken in Österreich ermöglichen an möglichst jedem Schulstandort Kindern und Erziehenden - auf die jeweiligen Fähigkeiten aufbauend - Medien zur Information und zur kreativen Freizeitgestaltung zu nutzen. Dabei ist besonders auf die Ausgewogenheit im Angebot der Medien über die Schulbibliothek zu verweisen: Wer durch soziokulturelle Strukturen von der multimedialen Welt abgeschnitten ist, kann heute in Österreich über die Schulbibliothek den Anschluss an ein weltweites Angebot erfahren.
Die Schulbibliotheken bilden ein wichtiges Bindeglied zwischen Öffentlichen Bibliotheken und Wissenschaftlichen Bibliotheken.

Markus FRITZ (Amt für Bibliothekswesen, Bozen):
DIE SCHULBIBLIOTHEK ALS LERNORT: BAUSTEINE DES BIBLIOTHEKSUNTERRICHTS, RAHMENBEDINGUNGEN UND PERSPEKTIVEN

Der Beitrag gibt einen zusammenfassenden Überblick zur Situation, zu den rechtlichen Rahmenbedingungen sowie den Perspektiven der Schulbibliotheken in Südtirol. Ausgehend von diesen Rahmenbedingungen werden Überlegungen angestellt, wie die Schulbibliothek in den Lernprozess und den Unterricht integriert werden kann. Für eine intensive Nutzung der Schulbibliothek braucht es ein aus Bausteinen bestehendes Programm des Bibliotheksunterrichts, das curricular aufgebaut ist. Das Bibliotheksteam kann in Zusammenarbeit mit Fachkollegen Bausteine ausarbeiten, die mit der Einführung in die Schulbibliothek beginnen, darauf aufbauend weitere Arbeitsmaterialien enthalten für die verschiedenen Fächer und die verschiedenen Klassen. Die Ausarbeitung und Durchführung eines Programms für den Bibliotheksunterricht kann und soll Aufgabe aller Fächer sein.
Einige der Bausteine werden kurz vorgestellt.

Peter Heinz ROTHMANN (Bayerisches Staatsministerium f. Unterricht und Kultus, München):
SCHULBIBLIOTHEKEN IN BAYERN: LESEFÖRDERUNG IN DER MULTIMEDIALEN SCHULBIBLIOTHEK

Die Schulbibliothek, die an den meisten weiterführenden Schulen traditionell schon immer Informationszentrum der Schule war, erlebt eine Renaissance. Die sich zu Multimedia-Schulbibliotheken weiterentwickelnden Schulbibliotheken können in besonderer Weise Orte der Leseförderung, des selbstständigen Lernens und zugleich auch einer die neuen Medien berücksichtigenden integrativen Medienerziehung sein.
Nach der Durchführung eines Pilotversuchs "Multimedia-Schulbibliothek" wird in Bayern mit konzeptionellen und institutionellen Maßnahmen der Bereich "Leseförderung" in der Schule neu geordnet und intensiviert.

Willi TREICHLER (LB Basel):
SCHULBIBLIOTHEKEN IN DER SCHWEIZ - ZWISCHEN WANDSCHRANK UND INTERNET

Über Schulbibliotheken in der Schweiz zu sprechen, hieße im Grunde bis zu 26 verschiedene Sachverhalte darstellen, womit gesagt ist, dass Schulbibliotheken weitgehend dezentral, also kantonal, organisiert sind, und dass Aufgaben, Finanzierung, Einrichtungsstandards und Betreuung sich entsprechend vielfältig präsentieren, gemäss der helvetischen Devise von der Vielfalt in der Einheit. Von der mehr zufällig von einer Lehrkraft unterhaltenen sorgfältig abgeschlossenen Schrankbibliothek im Klassenzimmer bis hin zum Medienzentrum im Schulhaus mit modernster Technologie legen die Schulbibliotheken Zeugnis einer Entwicklung ab, die methodischen und didaktischen Veränderungen im Schulwesen entweder hinterherhinkt oder ihnen meilenweit voraus ist.
Ansatzpunkt dieser Entwicklung ist die Erkenntnis, dass die Schulbibliothek aller Stufen nicht auf die jugendliche "Kundschaft" wartet, sondern auf sie zugeht. Mit andern Worten: die Bibliothek wird didaktisch und örtlich in den Unterricht integriert, indem vor allem in den Realfächern der Unterricht nicht mehr frontal im Klassenzimmer erfolgt, sondern in wechselnder Form im Bibliotheksraum selber. Von spielerischem Herantasten an die Bestände, die Neugierde stimulierend, bis hin zu den Ansprüchen einer vielleicht ehrgeizigen Facharbeit in oberen Gymnasialklassen bildet die Schulbibliothek die Atmosphäre für alternative Lern- und Kommunikationsprozesse, wie sie das heutige Berufsleben voraussetzt; im Idealfall wird sie zum sozialen oder gar virtuellen Zentrum eines Schulorganismus. Dieser Quantensprung als Resultat einer langjährigen pragmatischen Entwicklung in der Schweiz setzt einerseits eine architektonische und technische Infrastruktur voraus, die nicht umsonst zu haben ist. Neben der auch in der reichen Schweiz schwierigen Finanzierung mangels nachhaltiger Renditeaussichten stellt vor allem die Aus- und Weiterbildung des Bibliothekspersonals, sei es vollamtlich oder teilzeitlich, große Anforderungen. Gut ausgebildetes Personal verlangt auch eine angemessene Honorierung, und hier schließt sich der Kreis, in der von die Ehrenamtlichkeit notdürftig verbergenden Naturalleistungen über Pensenreduktionen bis hin zu arbeitsvertraglich geregelten Anstellungen etwa alle denkbaren Arbeitsverhältnisse Anwendung finden.

Wendelin HUJBER:
BESTANDSENTWICKLUNG IN DER MULTIMEDIALEN SCHULBIBLIOTHEK

Die multimediale Schulbibliothek erweitert durch die Integration der Neuen Medien ihren Aufgabenbereich, ohne traditionelle Medien zu vernachlässigen. Ein breites Angebot von Print-, AV- und digitalen Medien ergänzt sich nicht nur in thematischer Hinsicht, sondern erleichtert auch die Wahl der Medienart unter stärkerer Beachtung der Zweckmäßigkeit. Das fordert von der multimedialen Schulbibliothek bei Aufbau und Entwicklung ihres Bestandes, neben der inhaltlichen Vielfalt auch der Ausgewogenheit der angebotenen Medienformate verstärkt Augenmerk zu widmen. Dabei sieht sich der Schulbibliothekar mit einer Reihe von Fragen konfrontiert. Diese reichen von technischen Aspekten wie Speicherung und Zugriff über Fragen der Verwaltung, Katalogisierung und Evidenzhaltung bis zu rechtlichen Problemen wie Urheberrecht und Kopierschutz.
Ein wichtiger Punkt sind dabei die zunehmende Entflechtung von Dokument und Trägermedium und die daraus resultierenden neuen Nutzungsformen, wie sie durch die digitalen Medien und Möglichkeiten geschaffen bzw. so erleichtert wurden, dass gewohnte Hürden nicht mehr als Schutzmechanismen greifen. Nutzung vor Ort und Entlehnung verlieren ihren bisherigen Stellenwert gegenüber dem Zugriff aus Intra- oder Internet. Die Konkurrenz der Medien in der multimedialen Schulbibliothek und die Einbeziehung externer Quellen und Ressourcen verlangen auch neue Wege in der Aufbereitung und Präsentation des Bestandes. Das heißt dann aber auch, dass Angebot und Bestand nicht mehr als deckungsgleiche Begriffe verstanden werden können und der traditionelle Begriff eines Bestandes als Summe inventarisierter Medien zu hinterfragen wäre.

Werner SCHÖGGL (Gymnasium und Realgymnasium Ödenburgerstraße Wien):
DIE MULTIMEDIALE SCHULBIBLIOTHEK - ORT DES DIALOGS

Bibliotheken werden traditionell gesehen als Archive und Informationscontainer, in denen ruhig und konzentriert jeder für sich selbst arbeitet. Jedes Umblättern wird als Störung empfunden, Flüstern ist für kurze Zeit gestattet, insgesamt aber ist jedes noch so leise Geräusch verpönt. Wie passt dazu das Wort Dialog, per definitionem ja ein Gespräch zwischen zwei oder mehreren Personen - und also Lärm erzeugend? In der Tat: moderne Schul-Bibliotheken und das sind in der Regel multimediale Lernumgebungen verstehen sich auch - als Diskussions-, Produktions- und Präsentationsstätten, in denen es mitunter gar nicht so leise zugeht.
Selbstverständlich: Multimediale Schulbibliotheken sind zuerst einmal Informationszentren, im zweiten Schritt entwickeln sie sich aber konsequent zu pädagogischen Zentren und Orten der Vermittlung von Kontakten für Lehrer/innen, Schüler/innen und Eltern.
Funktionierende multimediale Schulbibliotheken sind also zentral gelegene Räumlichkeiten, in denen Wissen entsteht, diskutiert und weitergegeben wird. Zusätzlich sind die Dienstleistungen der multimedialen Schulbibliothek auch von anderen PC-Arbeitsplätzen in der Schule oder daheim zugänglich. Voraussetzungen sind:

Vor allem aber: eine von der Schulleitung geförderte und von den Lehrer/innen getragene Lernkultur, in der offene Lernformen und selbstverantwortlicher Erwerb von Wissen und Fertigkeiten begrüßt werden und einhergehen mit einer hohen Leistungs- Motivation der Schüler/innen (Motto: Being smart is cool).
Der Aufbau einer mit Leben erfüllten multimedialen Schulbibliothek sollte schrittweise nach einem von Schulleitung und Schulbibliothekar festgelegten Plan erfolgen. Konkrete Beispiele lassen erkennen, welche Regeln einzuhalten sind und welche Rolle den neuen Technologien dabei zufällt. Erfolgreiche Projekte im Ausland untermauern die Sinnhaftigkeit dieser Entwicklung.

Bruno SYGMUND (Klosterneuburg):
DIE MULTIMEDIALE SCHULBIBLIOTHEK - DAS PÄDAGOGISCHE ZENTRUM DES UNTERRICHTS

Die Schulbibliothek hat sich in den letzten beiden Jahrzehnten von der Zentralen Schulbibliothek in der Form einer herkömmlichen Bibliothek zur Multimedialen Schulbibliothek entsprechend den diversen Schulreformen entwickelt. Die Folge dieser Entwicklung ist die Ausweitung des Angebotes sowohl an die Schüler als auch an die Lehrer. Die diversen Lehr- und Lernformen haben damit einen neuen, zusätzlichen Aspekt gewonnen. Damit haben sich auch neue Anforderungen an den Schulbibliothekar ergeben. Er wurde zum Wissens- und Methodenmanager.

Michael SPORER (Innsbruck):
DIE ROLLE DER SCHULBIBLIOTHEK IM RAHMEN DES IT-SCHWERPUNKTES AM BGBRG SILLGASSE IN INNSBRUCK

Im Rahmen eines zweijährigen Schulentwicklungsprozesses wurde am BGBRG Sillgasse in Innsbruck ein Schulprofil erarbeitet, das folgende Schwerpunkte umfasst:
"Offenes Lernen", "Klangräume", "Kunsträume" und "IT-GYM". Durch eine Umstrukturierung der autonomen Stundentafel in der Unterstufe, welche die Einführung profilbildender Modulstunden ermöglichte, wurde das Ziel erreicht, Raum für die neuen Bildungsinhalte zu schaffen, ohne die SchülerInnen durch eine Erhöhung der Gesamtstundenanzahl stärker zu belasten.
Sowohl im Gymnasium als auch im Realgymnasium werden IT-Schwerpunktklassen geführt, in denen auf der Basis der gymnasialen Allgemeinbildung IT- und Informationskompetenzen als zeitgemäße zusätzliche Kulturtechnik vermittelt und die Neuen Medien in eine moderne Konzeption des Lehrens und Lernens integriert werden.

Margit MACHO:
MANAGEMENTFUNKTIONEN IN DER MULTIMEDIALEN SCHULBIBLIOTHEK

  1. Begriffsklärung "Management"
  2. Anwendung des Managementbegriffes auf die Aufgabenbereiche in der Schulbibliothek
  3. Ebenen des Managements in der täglichen Arbeit:
    • Katalogserstellung und Vermittlung der Katalogsbenützung
    • Vernetzte Nutzung von Informationen aus Print-Medien und Neuen Medien
    • Leseerziehung und Leseförderung gemäß dem "Grundsatzerlass zur Leseerziehung"
    • Organisation und Betreuung des Unterrichtes in der mmSB (Teamteaching, neue Lehr- und Lernformen; moderne Präsentationsformen)
    • Mitgestaltung der Schulentwicklung
    • Organisation der Mitarbeit der Schüler
    • Kulturvermittlung
    • Öffentlichkeitsarbeit in Form interner und externer PR
    • Berücksichtigung der (Schul-)Typenspezifika
  4. Grenzen des Managements
    • Zeit- und Raumstrukturen
    • Werteinheiten-Einrechnung
    • Budget
    • Infrastruktur (Sponsoring in Ballungszentren)
  5. Selbstmanagement des Schulbibliothekars
    • Selbstverantwortung
    • Delegation und Abgrenzung
    • Inspiration
  6. Ausblick
    • Verankerung des Bibliotheksmanagement in der Fort- und Weiterbildung
    • b. Neubewertung der Rolle des Schulbibliothekars.

Roswitha KARPF (Graz), Ute BERGNER (Universitätsbibliothek Graz):
KOOPERATIONEN VON WISSENSCHAFTLICHEN BIBLIOTHEKEN UND SCHULEN

Eine gedeihliche Zusammenarbeit von wissenschaftlichen Bibliotheken und höheren Schulen (AHS und BHS) bringt beiden Seiten Gewinn. Zum einen bleiben wissenschaftliche Bibliotheken mit AbsolventInnen der Universitäten, den Lehrerlnnen, in Kontakt, über die sie in den SchülerInnen die Bibliotheks-KundInnen von morgen erreichen. Zum anderen werden LehrerInnen in ihrem Anliegen unterstützt, die SchülerInnen für ein weiterführendes Studium vorzubereiten, indem sie an die wissenschaftlichen Bibliotheken herangeführt werden.
Im Lehrplan 2000 wurde erstmals die Nutzung von Bibliotheken verankert: "Mit Ordnungs- und Suchhilfen vertraut werden; Bibliotheken, Medien bzw. andere Informationssysteme zur Erarbeitung von Themen nützen." Damit gewinnt die multimediale Schulbibliothek eine zentrale Bedeutung für das schulische Lehren und Lernen. Aber auch die Nutzung anderer Bibliothekstypen (öffentliche und wissenschaftliche Bibliotheken) ist impliziert.
Während SchülerInnen der Unterstufe wissenschaftliche Bibliotheken als interessanten Speicherort für Medien aller Art erleben und bestaunen, sollen und können SchülerInnen der letzten Oberstufenklassen zu selbständigen NutzerInnen von wissenschaftlichen Bibliotheken ausgebildet werden, um den bestmöglichen Zugang zu Ressourcen zu erhalten, die ihnen für Referate, Maturavorbereitung und Fach(bereichs)arbeiten zweckdienlich sind.
Alle LehrerInnen, insbesondere SchulbibliothekarInnen (die immer zugleich auch als LehrerInnen tätig sind), können Garanten für eine erfolgreiche Kooperation von Schulen und wissenschaftlichen Bibliotheken sein und diese Zusammenarbeit gemeinsam mit den BibliothekarInnen an wissenschaftlichen Bibliotheken erfolgreich weiterentwickeln.
Am Beispiel der UB Graz werden u.a. folgende Modelle einer Zusammenarbeit mitSchulen vorgestellt:

lsolde MÜLLER (UB Graz):
DAS GEISTIGE EIGENTUM ALS SCHLEUDERWARE ? ASPEKTE DES URHEBERRECHTS UND DER VERWANDTEN SCHUTZRECHTE IN DER INFORMATIONSGESELLSCHAFT

Das Internet gilt als das bekannteste Beispiel der modernen Kommunikationswelt. Musik, Filme, Fotos, Bilder, Erfindungen, literarische Werke u.a. werden im Internet angeboten, ja zum Teil sogar "verramscht".
Damit entstand eine Informationsgesellschaft, die die Rechtswissenschaft vor neue Aufgaben stellte. Was einerseits den besonderen Reiz der Kommunikationsform des Internet ausmacht, wirft andererseits vielseitige juristische Probleme auf. Aspekte des Urheberrechts und der verwandten Schutzrechte bilden darin einen festen Bestandteil der literarischen Diskussion und beschäftigen regelmäßig auch die Gerichte.
Da das Internet neue Kommunikationsmöglichkeiten schuf, indem es Werke und Leistungen transportieren kann, ist es geradezu prädestiniert für Urheberrechtseingriffe. Als Gesamtkunstwerk gehört das Internet niemandem. Es bildet einen der größten Wissensspeicher mit einer Riesenmenge an Werken, die im einzelnen jedoch dem Eigentum eines Urhebers zuzuordnen sind.
Das Phänomen der Ubiquität des geistigen Eigentums erlangt stärker als bisher rechtliche Relevanz. Werke werden ubiquitär nutzbar. Der Unrechtsgehalt einer rechtsverletzenden Handlung wird jedoch häufig nicht erkannt. Die Versuchung ist groß, beliebige Elemente von fremden Internetseiten zu kopieren und weiterzuverwerten. Es erfolgt eine Entnahme fremden geistigen Eigentums, die zugleich keine physische Wegnahme darstellt. Das Partizipationsinteresse des Urhebers wird missachtet. Sein Werk bietet sich an wie eine Schleuderware; mehr noch wird weitverbreitet die Meinung vertreten, sämtliche Inhalte, die im Internet angeboten werden, eröffnen einen Selbstbedienungsladen zum Nulltarif.
Dem ist entgegenzuhalten, dass Urheberrecht im Massenmedium Internet so unumstritten gilt wie in allen anderen Medien. Allerdings wird die Rechtssituation bedingt durch den multimedialen Charakter komplizierter, die Bedeutung der verwandten Schutzrechte hat zugenommen. Digitales Copyright kann nur heißen, dass im Internet geistiges Eigentum nicht verkauft wird, sondern gegen Gebühr zu Verfügung gestellt wird.
Die erfolgreiche Verwirklichung der Informationsgesellschaft erfordert, dass die Vielzahl von neuen Diensten und Erzeugnissen, die entwickelt werden, aus den Datenautobahnen ungeteilten Nutzen ziehen können. Ihre Entwicklung soll in einem kohärenten Rechtsrahmen erfolgen. Dazu ist eine Anpassung der nationalen Rechtssysteme zum geistigen Eigentum und deren Harmonisierung unerlässlich.
Die EU Richtlinie 2001/29/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Mai 2001 zur Harmonisierung bestimmter Aspekte des Urheberrechts und der verwandten Schutzrechte in der Informationsgesellschaft, ABI. Nr. L 167, ist am 22.Juni 2001 in Kraft getreten. Durch die Umsetzung in das nationale Urheberrecht (innerhalb von 18 Monaten) soll den Anforderungen des Internet als einem globalen Medium an die Gesetzgebung entsprochen werden.

 
nach oben
 01 START    02 SB AKTUELL    03 SB RATGEBER    04 BUCHTIPPS    05 SB PRAXIS    06 KONTAKT
27. Österreichischer Bibliothekartag 2002
A-4600 Wels, Pollheimerstr. 17
Tel. +43 (0)7242/65239 | info@bibliothekenservice.at
Thalia.at